SEO
Website-Agentur-Checkliste: 12 Fragen vor der Beauftragung
Bevor ihr eine Website- oder SEO-Agentur beauftragt: 12 Fragen, die teure Fehler verhindern. Zu Eigentum, Scope, DSGVO, SEO und Verantwortung nach dem Launch.
Die teuersten Website-Fehler entstehen nicht beim Bau, sondern bei der Auswahl der Agentur. Eine schöne Website, die euch nicht gehört, nicht rankt oder nach dem Launch niemanden mehr erreicht, kostet mehr als sie je eingebracht hat. Und das meiste davon lässt sich mit ein paar Fragen vor der Unterschrift vermeiden.
Diese Checkliste sind die zwölf Fragen, die wir an der Stelle des Kunden stellen würden. Sie sind bewusst unbequem, weil genau die unbequemen Fragen die Agenturen trennen, die liefern, von denen, die nur verkaufen. Stellt sie vor der Beauftragung, nicht danach.
Eigentum und Kontrolle
Die wichtigste Kategorie, und die, die am häufigsten vergessen wird. Wem gehört am Ende, was ihr bezahlt habt?
- Gehört die Domain mir, registriert auf meinen Namen? Die Domain ist das Fundament eurer gesamten Sichtbarkeit. Sie muss euch gehören, niemals der Agentur. Alles andere ist ein Klumpenrisiko.
- Bekomme ich volle Inhaberrechte für Google Search Console, Analytics und das Google Business Profile? Nicht nur Verwalter-Zugang. Diese Konten sind eure Daten und eure lokale Sichtbarkeit.
- Erhalte ich Hosting-Zugang, CMS-Zugang und alle Quelldateien? Damit ihr die Seite jederzeit ändern oder zu jemand anderem mitnehmen könnt, ohne um Erlaubnis zu bitten.
Scope, Preis und Zeit
Hier trennt sich Transparenz von Blackbox.
- Gibt es einen klaren, schriftlichen Scope mit Festpreis? Oder ein offenes Stundenmodell, bei dem am Monatsende die Überraschung kommt? Ein definierter Scope schützt beide Seiten.
- Was ist ausdrücklich nicht enthalten? Eine ehrliche Agentur sagt euch, wo ihre Leistung endet, etwa bei bezahlter Werbung, Social Media oder rechtlicher Bewertung.
- Gibt es ein echtes Launch-Datum und klare Phasen mit Freigaben? Projekte ohne Termin und ohne Zwischenfreigaben laufen aus dem Ruder.
SEO und Technik
Die Punkte, die über Sichtbarkeit oder Unsichtbarkeit entscheiden, und die ein reiner Designer oft nicht abdeckt.
- Ist Basis-SEO ab Tag eins enthalten, oder kommt es als Aufpreis später? Title-Tags, Meta-Beschreibungen, saubere Überschriftenstruktur, Schema und eine indexierbare Architektur gehören ins Fundament, nicht in die Nachrüstung.
- Wie wird mit einem bestehenden Ranking umgegangen, falls ihr eine alte Seite ablöst? Eine Agentur, die Redirect-Map und Migration nicht von selbst anspricht, riskiert genau den Rankingverlust, den ein sauberer Relaunch vermeidet.
- Ist die Seite mobil-schnell gebaut? Über 70 Prozent der lokalen Suchen kommen vom Smartphone. Eine Seite, die dort langsam lädt, verliert Anfragen, bevor sie sichtbar werden.
Recht und Verantwortung
Der Teil, den Panik-Anbieter überdramatisieren und billige Anbieter ganz weglassen.
- Wird die Seite DSGVO-konform gebaut, mit selbst gehosteten Schriften und Consent vor Tracking? Google Fonts ohne Self-Hosting und Tracking vor Einwilligung sind abmahnfähig. Das gehört ins Fundament, die häufigsten Stolperfallen haben wir in den 8 DSGVO-Fehlern auf Websites dokumentiert.
- Wer ist nach dem Launch verantwortlich, und wie erreiche ich diese Person? Ein direkter Ansprechpartner statt einer Key-Account-Schicht. Was passiert, wenn drei Wochen nach Launch etwas kaputtgeht?
- Kann ich konkrete, belegte Ergebnisse sehen, keine Logo-Wand? Echte Cases mit nachvollziehbaren Zahlen und Kontext sagen mehr als zwanzig Kundenlogos ohne Geschichte.
Wie ihr die Antworten lest
Eine gute Agentur beantwortet diese zwölf Fragen ruhig und konkret. Ausweichende, vage oder genervte Antworten sind selbst die Antwort. Besonders bei den Eigentumsfragen (1 bis 3) gibt es keine Grauzone: Wenn eine Agentur zögert, euch Domain und Konten zu überlassen, ist das ein klares Stoppsignal.
Umgekehrt müsst ihr nicht jede Frage mit Ja beantwortet bekommen. Eine Agentur, die ehrlich sagt, was sie nicht macht, ist mehr wert als eine, die auf alles Ja sagt. Die Kombination aus Klarheit, Eigentum bei euch und belegten Ergebnissen ist das Ziel, nicht ein perfekter Punktestand.
Was ihr jetzt tun solltet
Nehmt diese zwölf Fragen ins nächste Agenturgespräch mit. Sie kosten zehn Minuten und ersparen im Zweifel ein gescheitertes Projekt. Wenn ihr vorab eine neutrale Einschätzung eurer Ausgangslage wollt, bevor ihr überhaupt Angebote einholt, ist das Strategiegespräch der richtige Schritt: 60 Minuten, schriftliche Maßnahmenliste, ehrliche Einordnung, egal ob wir am Ende zusammenarbeiten. Wer aus einer bestehenden Zusammenarbeit heraus wechselt, findet die saubere Reihenfolge im Beitrag SEO-Agentur wechseln.
Die deutlichsten Warnsignale: Sie will Domain oder Google-Konten auf ihren Namen laufen lassen, sie nennt keinen klaren Festpreis und keinen Scope, sie verspricht schnelle Top-Rankings, und sie zeigt keine belegten Ergebnisse, nur Logos. Eines davon ist ein Warnsignal, mehrere zusammen ein Stoppsignal.
Es hat einen klaren Vorteil: Bei getrennten Dienstleistern bricht die Sichtbarkeit oft an der Übergabe zwischen Design und SEO ein, weil niemand für beide Seiten verantwortlich ist. Aus einer Hand werden technische und SEO-Entscheidungen von derselben Person getroffen. Pflicht ist es nicht, aber die Übergabe-Lücke entfällt.
Das hängt vom Umfang ab, aber ein definierter Festpreis mit klarem Scope ist fairer als ein offenes Stundenmodell. Wichtiger als die genaue Zahl ist, dass ihr vor Beginn wisst, was enthalten ist, was es kostet und wann die Seite live geht. Überraschungen am Monatsende sind das eigentliche Risiko.
Eine schöne Website ohne SEO ist eine Visitenkarte, die niemand findet. Damit die Seite Anfragen bringt, muss sie gefunden werden, und das entscheidet sich über Struktur, Inhalte und technisches Fundament, nicht über das Design allein. Basis-SEO gehört deshalb in jeden Website-Bau, nicht als späterer Aufpreis.
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